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16.03.2025, Lokalredaktion
Labskaus essen und dem preisgekrönten Werk „Unter Windflüchtern“ von Helmut Heyen lauschen, das können jetzt Interessierte am Mittwoch, 2. April 2025, um 19 Uhr, im Saal des Hotel „König von Griechenland“, in Ovelgönne. Für diese Lesung nimmt der Autor kein Honorar, sondern spendet dieses der Stiftung Lebensräume Ovelgönner Mühle. Der Eintritt für die Lesung und das Labkaus-Essen beträgt 20 Euro. Anmeldungen werden unter 04401/704737 entgegen genommen.
Worum geht es in dem Roman? Der Protagonist Fokke Heiken hat die von ihm so empfundene Enge und Beschränktheit des dörflichen Lebens in Tedlingswurt längst verlassen.
Nach vielen Jahren kommt er zu einem Ehemaligentreffen der einklassigen Volksschule zurück. Er erinnert sich an damalige Dorfbewohner, ihre Eigenheiten und ihre in Traditionen eingebundene Lebensweise: Heinrich, einziger Kommunist in Tedlingswurt, überlebt die Lager des Dritten Reichs. Postbote Anton ist bestens über die Geschehnisse informiert. Frau Simoni trägt Seidenstrümpfe mit dunkler Mittelnaht. Lehrer Hinnerksen verordnet Schönschrift und kontrolliert die Fingernägel. Der Damenball des Clubs „Strandflieder“ entwickelt sich zum absoluten Höhepunkt des Jahres. Rieke malt ihre Lippen rot. Geschichten aus der Vergangenheit verbinden sich mit dem überall sichtbaren Strukturwandel in dörflichen Regionen, der nicht ohne Auswirkung auf Mensch und Landschaft bleibt.
Helmut Heyen, der bereits im vergangenen Jahr zu einer Benefiz-Lesung im Hotel „König von Griechenland“ eingeladen hatte, wurde für sein neustes Werk in der Schweiz mit einem Preis der Stiftung Kreatives Alter, der mit 10.000 Franken dotiert war, ausgezeichnet. Inzwischen hat Helmut Heyen, der aus Nordenham-Tettens stammt, seinen Lebensmittelpunkt zunächst nach Hamburg und dan nach Elmshorn verlegt. Dennoch fühlt er sich immer noch mit der Wesermarsch verbunden. So beschäftigt er sich in seinem Buch „Mordstein“ mit der Geschichte der 1637 ermordeten Haushälterin Anna Rüdebusch, die seinerzeit auf dem Hof von drei Brüdern lebte und von diesen umgebracht wurde. 14 Jahre später wurde die Tat aufgeklärt und die Brüder dazu verurteilt, auf ihrem Hof einen „Mordstein“ aufzustellen, der auch heute noch dort steht.
Realität und Fiktion vermischen sich auch in seinem Werk „Die Insel“, die sich auf die künstliche Festungsinsel Langlütjen bezieht, die in der Wesermündung gelegen ist. (Text: Kerstin Seeland, Foto: privat)